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Robert Enke, ein Zwischenhoch

von NewsShit! (15. November 2009, 14:04)

Bei Basic Thinking habe ich zum Artikel über den Tod von Robert Enke einen Kommentar geschrieben, der ziemlich lang wurde. Da er das ausdrückt, was ich denke, übernehme ich ihn auch direkt hier:

Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass die (Boulevard-)Presse genau solche Themen braucht, um über sich hinaus zu wachsen und sich jedes Mal neu zu erfinden – im negativen Sinne.

Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass es Mitglieder “bildungsferner Schichten” gibt, die das Fortbestehen dieser Unterart der Journalisten ermöglicht.


Ich habe mich leider auch damit abgefunden, dass es Themen gibt, die viel zu schnell wieder in der Versenkung verschwinden. Eben noch werden Experten in Funk und TV befragt, um kurz darauf wieder uninteressant zu sein, weil das nächste Top-Thema folgt.

Ich denke, im deutschen Fußball und auch auf der Verständniswelt aller wird sich überhaupt nichts ändern: In ein paar Wochen ist Gras über die Sache gewachsen (nicht falsch verstehen!) und dann sind Depressionen, Selbstmord und persönliche Schicksale schon wieder langweilige Themen.


Außerdem wird gerade das Thema (krankhafte) “Depression” viel zu sehr verharmlost – durch den übermäßigen (falschen) Gebrauch: Fast jeder Teenie sagt, er habe “Depris”, weil der Sex-Partner sich einen anderen gesucht hat – echte Depression sieht anders aus.

Gleiches gilt für “Ich habe Grippe” … jede kleine Erkältung wird so in ihrer Ernsthaftigkeit potenziert. Wer schonmal eine echte Grippe durchgemacht hat, weiß, was ich meine.


Jedes Jahr sterben tausende Menschen wegen Alkohol am Steuer und es ändert sich gar nichts. Welchen Schüler kann man mit der x-ten Drogen-sind-schlimm-Diskussionsrunde in der Schule noch ernsthaft davon abhalten, das Besprochene selbst mal zu probieren?

Fakt ist also: Auch dieses Thema wird – genau wie die Klimakatastrophe (die irgendwann zum “Klimawandel” heruntergestuft wurde), die RAF oder die Barschel-Affäre in den 80ern – sehr bald wieder in der Versenkung verschwinden.


Seit Sebastian Deisler hat das Thema schließlich auch jahrelang keinen mehr interessiert. Ich rechne daher in 5 Jahren mit dem nächsten Depressions-Coming-Out eines Profi-Fußballers – wie auch immer das aussehen wird…

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1 Kommentar zu “Robert Enke, ein Zwischenhoch”

  1. Kommentar von JUICEDaniel
    27. November 2009, 21:42

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