Die CD aus der Schweiz
von NewsShit! (6. Februar 2010, 23:12)
Die große Frage, welche in den letzten Tagen durch die Medien geisterte: Darf eine Straftat begangen werden, um Straftaten aufzudecken? Oder im Zusammenhang: Sollte man eine CD mit geklauten Daten kaufen, um Steuersünder dingfest zu machen?
Immer wieder wird erklärt, dass diese ominöse CD Diebesgut und Hehlerware ist. Aber ist sie das wirklich? Im vorliegenden Fall würde ich eher dazu tendieren, “Nein” zu sagen. Um es zu verdeutlichen, vergleiche ich es mal mit geklauten Autoradios…
Ein Schaden entsteht ja schon, wenn das Auto erstmal aufgebrochen ist. Der nächste Teil dieses Schadens ist der, wenn das Autoradio entwendet wird. Wenn dann das gezogene Autoradio auch noch verkauft wird, sind wir tief im Strafgesetzbuch gelandet.
Der Verkäufer hat die CD der Bundesregierung zum Kauf angeboten – indirekt also quasi den Strafverfolgungs-Behörden. Ob nun Gehälter an “Undercover-Agenten” fließen oder das Geld an einen “externen Informant” geht, ist egal – Hauptsache, der Fall fliegt auf.
Ist wieder typisch für uns Deutsche: Die Diskussionsgeilheit ist immer dann da, wenn man in der Hackordnung Höherstehenden an den Karren pissen kann. Ob Managergehälter, Abgeordneten-Diäten oder Kleinstwert-Kündigungen – da kann der Pöbel motzen.
Apropos Kleinstwert-Kündigungen: Wenn ein Mitarbeiter gekündigt wird, weil er eine Maultasche aufgegessen oder einen Pfandbon unterschlagen hat, dann sollten die Chefs gelyncht werden. Aber wehe, jemand klaut eine Kirsche aus dem eigenen Garten…
Irgendwer hat sogar Strafanzeige gegen Kanzlerin Merkel, wegen “Anstiftung und Beihilfe zu Straftaten” gestellt. Wahrscheinlich hat derjenige nur Angst, selbst auf der CD zu sein. Wäre die letzte Möglichkeit gewesen, den Kauf doch noch zu stoppen und nicht aufzufliegen.
Ich glaube übrigens: Jene gesetzestreuen Bürger, welche den Kauf der CD für illegal halten und sich darüber so aufregen, zahlen wahrscheinlich nicht mal Rundfunkgebühren – wie es ihnen das Gesetz eigentlich vorgibt.
Wasser predigen und Wein saufen. Das ist noch eine typisch deutsche Tugend: Über den Sinn der Abgabe kann man streiten aber solange es diese Regel gibt, hat man sie auch einzuhalten – egal, wie man dazu steht.
Wenn’s um Recht und Unrecht geht, sollten Nicht-GEZ-Zahler schön die Fresse halten…
NewsShit! stellt einige Themen überspitzt satirisch dar. Bitte erst nachdenken und dann kommentieren!



Eine deutsche Tugend ist auch einfach GEZ-Gebuehren zu zahlen ohne es zu hinterfragen. Oder auf die Frage mit dem totalen Krieg mit JA zu antworten.
NewsShit! Ich habe nie gesagt, dass die Gebühren nicht hinterfragt werden sollten. Doch solange es gesetzlich vorgeschrieben ist, hat man sich danach zu richten. Genauso wie es Vorschrift ist, eine PKW-Haftpflichtversicherung zu haben – auch wenn die nicht jedem sinnvoll erscheint.